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Das hochsensible Kind und Veränderungen

Eine Veränderung, egal welche, ist für ein hochsensibles Kind immer eine Herausforderung. Es braucht Zeit, sich auf neues einzustellen und alles zu durchdenken.
Im Gegensatz zu den meisten autistischen Kindern, sind hochsensible Kinder den Veränderungen gegenüber nicht unbedingt abgeneigt, so lange alles super zu planen ist.
Was aber, wenn es mit der Planung mal nicht so klappt? Oder einfach zu schnell zu viel passiert?
Alles fing damit an, dass meine Mutter starb und meine Tochter in die Einliegerwohnung umziehen wollte. Da wir schon lange ein größeres Sofa wollten, haben wir es bestellt, das alte sollte die Tochter bekommen. Da der Wohnzimmertisch für das neue Sofa zu groß war, sollte er mit zur Tochter und wir holen einen neuen.
Das Sofa sollte nach 8 – 10 Wochen da sein. Dann sollten noch die anderen Möbel ersetzt werden, die alten rustikalen sollte die Tochter in die Küche bekommen. Mit dem Wohnzimmerschrank hat auch alles geklappt. Unser Enkel war nicht glücklich, aber nach einiger Zeit ging es wieder.
Das Sofa brauchte aber ein halbes Jahr und die anderen Möbel dann auch.
Gerade zu der Zeit durfte der Enkel die Schule wechseln, worüber er sich generell total freute, er liebt die neue Schule. Aber eine Woche später sollte das Sofa kommen und die ganze Wohnung veränderte sich.
Für meinen hochsensiblen Enkel bracht die Welt zusammen. Viel zu viele Veränderungen auf einmal. Er kam damit nicht klar und war unausstehlich, schlief kaum noch und weinte sehr viel.
Er brauchte mehrere Wochen, um sich so weit einzuleben.
Das war alles so nicht geplant, aber nicht immer lässt sich alles steuern.
Was ihm geholfen hat, war das alte Sofa bei seiner Tante, dass mit dem alten Wohnzimmertisch doch irgendwie gewohnt wirkte und vor allem das Versprechen, dass in seinem Zimmer absolut nichts verändert wird. Hier hatte er alles so, wie er es kannte.
Generell waren die Veränderungen gut, er hatte aber keine Zeit, sich damit vertraut zu machen und es zu überdenken.
Erst war er viel im Zimmer. Stellte dann die Vorteile einer Relaxfunktion an einem Sofa fest und liebte fortan das neue Sofa. Der neue Esstisch ist nicht nur doof, die Stühle sind bequemer und endlich kann er beim Essen neben der Tante sitzen. Nach und nach fand er die positiven Dinge an der neuen Einrichtung und fing an, sich wohl zu fühlen.
Jetzt hatte er Zeit sich an die neue Schule zu gewöhnen.
Obwohl alle Änderungen positiv waren, kam einfach alles zu schnell für ihn.
Hochsensible Kinder wollen jede Situation genau durchdenken. Wäre also alles nacheinander und mit Abstand gekommen ( wie es eigentlich geplant war ) wäre es super zu verarbeiten gewesen.
Leider kann man das halt nicht immer planen und dann hilft nur das Beste draus zu machen. Möglichst genau informieren was wann wie wo passieren wird und das so früh es geht. Dann Zeit lassen, Fokus auf das, was beständig ist und die Dinge nach und nach erkunden lassen.
So wie mein Enkel reagieren viele hochsensible Kinder in einer solchen Situation. Veränderungen sind ok, so lange sie langsam geschehen und alles vorher gut durchdacht werden kann. Deshalb, wenn ihr etwas verändern möchtet, schließt euer Kind so gut es geht in die Planung mit ein. Um so leichter ist es später für ihn/sie.

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