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Falsche Freunde

Was soll ich tun, wenn mein Kind die falschen Freunde hat? – Vor dieser Frage stehen die meisten Eltern irgendwann und die Antwort ist weder leicht, noch schön, aber fangen wir am Anfang an.
Der erste Schritt, wenn ich glaube, mein Kind habe die falschen Freunde, ist mich zu fragen warum.
Was ist an diesen Freunden falsch und warum sind sie falsch für mein Kind?
Hier gibt es nun verschiedene Antworten. Entweder sind es falsche (kriminelle) Dinge, die sie tun und in die sie mein Kind hineinziehen könnten, oder sie haben einen schlechten Einfluss, mein Kind verändert sich, oder ich merke, dass mein Kind sich durch sie schlecht fühlt, oder…, oder…, oder…
Erst wenn ich diesen Punkt für mich geklärt habe, kann ich weiter entscheiden, was ich tun will.
Wichtig ist aber auch, sich genau darüber klar zu sein, ob es wirklich so ist, oder ob ich es mir nur einbilde.
Ich hatte damals eine beste Freundin, mit der ich fast meine ganze Zeit verbracht habe. Alle meine Kindheitserinnerungen hängen mit ihr zusammen. Sie hat gestohlen und sie hat gelogen und deshalb wollte meine Mutter den Kontakt unterbrechen. Damals hat meine Mutter mir verboten, mich mit diesem Mädchen zu treffen. Sie wollte mich schützen. War es der richtige Weg? Nein sicher nicht. Ich habe mich weiter getroffen und meine Mutter belogen. Ich habe es nämlich nicht eingesehen.
Hier waren gleich 2 Fehler von meiner Mutter: Der erste war, dass sie die Freundin verboten hat. Das geht in den seltensten Fällen gut. Meist reagiert das Kind mit Trotz und trifft sich heimlich. Einziger Effekt ist, dass das Kind das Vertrauen verliert und Heimlichkeiten hat. Sicher genau das, was wir nicht wollen.
Der zweite und noch viel wichtigere Fehler war, dass meine Freundin keine falsche Freundin war. Ja sie hat gestohlen und gelogen, aber zu mir war sie immer ehrlich, mich hat sie nie belogen und wenn doch, dann so, dass ich es nie gemerkt habe, obwohl wir uns jeden Tag gesehen haben. Ich wusste, dass sie stiehlt, aber sie hat mich nie da rein gezogen. Wenn sie mit mir zusammen war, hat sie nicht gestohlen. Für mich war sie eine tolle Freundin, die mir oft geholfen hat, die mich, wenn ich mich verkriechen wollte, aus meinem Schneckenhaus gelockt hat, die mich aufgebaut hat, die beste Freundin, die man sich wünschen kann. Leider hat meine Mutter das nicht verstanden und nicht gesehen und vor allem, mir zu wenig vertraut.
Deshalb schreibe ich oben, es ist ganz wichtig zu sehen, ob es wirklich schlechte Freunde sind. Sind sie schlecht für mein Kind? Ist sich das Kind dessen bewusst? Braucht mein Kind meine Hilfe?
Dazwischen gehen sollte man wirklich nur, wenn man sich absolut sicher ist und dann auch nur ganz behutsam.
“Deine Freunde stehlen und nehmen Drogen” Na, wenn ich als Mutter/Vater das weiß, weiß es mein Kind bestimmt auch, da erzähle ich nichts neues. Was erwarte ich also?
Redet über eure Sorgen, die ihr euch als Mutter/Vater macht. “Ich habe gehört, dass einige deiner Freunde Drogen nehmen. Ich mache mir Sorgen, dass Du auch abrutscht.” Nutzt einen ruhigen Zeitpunkt mit guter Stimmung und redet von euch, wie ihr euch fühlt und wovor ihr Angst habt und dann lasst los. Ihr habt es gesagt und dann ist gut. Nun müsst ihr Vertrauen in euer Kind haben, dass ihr es soweit gefestigt habt, dass es die richtigen Entscheidungen trifft.
Zeige Deinem Kind, dass Du für sie/ihn da bist, wenn sie/er dich braucht.
Ähnlich ist es, wenn Du merkst, die Freunde sind toxisch, das heißt immer, wenn Dein Kind sie trifft fühlt es sich danach schlecht. Sprich mit Deinem Kind über die Beobachtung und sag ihn, dass Du immer für es da bist. Aber dann lass los.
Wenn Du immer wieder “erwähnst” wie mies die Freunde sind, wird Dein Kind genervt und wendet sich ab, nur leider von Dir, nicht von den verhassten Freunden. Wenn Du den Kontakt verbietest wird es noch schlimmer, Du erntest Hass und Lügen.
Es ist eine schwierige Aufgabe ruhig zu bleiben und zu akzeptieren, dass unser Kind eigene Entscheidungen trifft, aber hier darfst Du Vertrauen beweisen und wenn ihr generell einen guten Draht habt, wird Dein Kind auch bei Problemen zu Dir kommen und dann darfst Du auch handeln.

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